Motivation und Anforderung
Wie sicher viele andere „Kirschbaumbesitzer“ haben auch wir uns geärgert, dass Stare in Scharen in den Kirschbaum eingefallen sind, um die noch zum Teil unreifen Kirschen vor uns zu ernten. Für uns blieb nicht mehr als eine Kostprobe.
Nachdem viele Varianten (CDs im Baum, Bilder von Greifvögel-Flugbilder im Baum, Starennistkasten im Baum) nicht funktioniert haben und wir nicht den gesamten Tag Hände klatschend unter dem Baum stehen wollten, hatte ich mir um effizientere Möglichkeiten Gedanken gemacht.
In einem ersten Versuch installierte ich einen Impulsregner, bei dem ich die Wasserzufuhr über ein Magnetventil mit einer einfachen Schaltuhr periodisch ein- und ausschaltete. Das Magnetventil war ursprünglich in unserer Hauswasserinstallation verbaut; wurde aber nicht mehr gebraucht. Die Schaltuhr schaltete alle 5 Minuten für wenige Sekunden den Regner ein und verscheuchte die Stare mit einem scharfen Strahl durch das Blätterdach des Kirschbaums. Kleinere Schaltzeiten waren aber nicht einstellbar. Die Stare waren beeindruckt und flogen aufgeschreckt davon. Allerdings waren die Regnerpausen von 5 Minuten zu lang und die Stare nutzten diese Pausen, um an die wertvollen Kirschen zu kommen. Noch wesentlicher war allerdings der Nachteil des hohen Wassereintrags. Durch die regelmäßige Beregnung des Baumes nahm der Baum zu viel Wasser auf und in der Folge platzten die Kirschen. Für uns blieben aber auf jeden Fall ein paar Kirschen, die wir genießen konnten.
Die Lösung konnte ich aber mit einem Microcontroller optimieren. Die zu langen Schaltzeiten der Schaltuhr wurden nun durch einen Mikrocontroller verkürzt. Zusätzlich sollte das ganze System nur bei Helligkeit in Betrieb sein. Der Prozessor schaltet nun alle 2 Minuten für 2 Sekunden das Magnetventil und damit die Wasserzufuhr für den Regner ein. Durch die kurzen Pausen von 2 Minuten flogen die Stare nicht wieder in den Baum zurück und suchten sich andere Futterplätze. Der Wassereintrag war nun durch die 2 Sekunden Beregnungszeit so gering, dass das Wasser durch Sonne und Wind recht schnell verdunstete und nur wenig vom Baum aufgenommen werden konnte.
Realisierung
Ich schaute in meiner Bastelkiste nach, was ich für elektronische Komponenten vorrätig hatte und entwarf die folgende Schaltung. Der Leser wird sich sicher fragen, warum ich einen Microchip PIC16F1826 nutzte, der bei dieser Anforderung völlig unterfordert ist. Die Antwort: er lag in meiner Bastelkiste. Auch das verwendete 7-Volt-Netzteil hatte ich irgendwann mal aus einem defekten Gerät ausgebaut und konnte hier wieder verwendet werden. Ansonsten wäre hier auch ein Kondensatornetzteil sinnvoll gewesen. Das einzige was ich kaufen musste, war das Gehäuse.
Schaltung
Die Schaltung ist nicht gerade kompliziert und durch einen Elektroniker schnell zu überblicken. Zum 7-Volt-Netzteil, welches die Schaltung unten versorgt, hatte ich im vorherigen Abschnitt schon etwas geschrieben. Den Fotowiderstand wie die anderen Bauelemente hatte ich in meiner Bastelkiste und das alles war recht schnell auf einer Lochrasterplatine zusammen gelötet.

Am Tag, sobald der Fotowiderstand hell genug beleuchtet wird, leuchtet die rote LED D1 auf und zeigt somit den Betrieb an. Die grüne LED D2 blinkt dann mit einem Intervall von 4 Sekunden und zeigt die Arbeit des Microcontroller an. Alle 2 Minuten wird für 2 Sekunden der Ausgang zum Solidstate-Schaltkreis auf H gelegt, was durch die gelbe LED D3 angezeigt wird.
PIC-Programmierung
Das Programm habe ich im Frühjahr 2019 geschrieben und die Lösung im gleichen Jahr eingesetzt. Das Programm hatte ich damals nicht ordentlich archiviert, und die hier zum Download angebotene Programmversion entspricht möglicherweise nicht der eingesetzten Version.
Zip-Archiv mit den Programm-Quelldateien StarscheuchePICSource.zip herunterladen




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