Woher bekomme ich einen PIC-Brenner?

Irgendwie muss das geschriebene Programm jetzt in den PIC hinein. Verwendet wird dazu ein PIC-Brenner oder PIC-Programmiergerät. Ein Leser, der nach einer schnellen Lösung sucht, sollte bei einem Elektronik-Versandhändler suchen und ein aktuelles Gerät dort kaufen. 

MPLAB® ICD 5

Das Gerät ermöglicht die Ausführung von Debugging- und Programmierarbeiten über die leistungsstarke und benutzerfreundliche grafische Bedienoberfläche der integrierten Entwicklungsumgebung (IDE) MPLAB X. Knapp 500 € über den Ladentisch und man besitzt ein Programmiergerät der nächsten Generation mit vielfältige Funktionen. Das Programmieren und Debuggen des eigenen Codes macht mit solchen Geräte sicherlich richtig Spaß und man spart viel Zeit.

Aber es geht auch billiger?

MPLAB Snap In-Circuit Debugger/Programmierer

Für knapp 20 Euro bekommt man ein Programmiergerät unter Verwendung der grafischen Benutzeroberfläche der MPLAB X Integrated Development Environment (IDE). Hier gilt, dass man sich in der Dokumentation MPLAB X IDE Device Support List schauen sollte, ob das Programmiergerät den gewünschten Mikrocontroller auch unterstützt.

PICKIT™ 3 und PICkit™ 4

Alle diese Geräte haben das "End of Life" erreicht und werden von Microchip mindestens seit 1. September 2023 nicht mehr unterstützt. Empfohlen wird der MPLAB® PICkit™ 5 In-Circuit Debugger. Hat man solch ein Gerät, dann kann man diese sicher noch verwenden. Ein Blick in die Dokumentation MPLAB X IDE Device Support List sollte nicht fehlen.

MPLAB® PICkit™ 5 In-Circuit

Auch hier gilt, dass man sich in der Dokumentation MPLAB X IDE Device Support List schauen sollte, ob das Programmiergerät den gewünschten Mikrocontroller unterstützt.

Alternative Lösung mit einem Selbstbau-Brenner

Der Selbstbau eines Brenners lohnt nicht wirklich. Sprut hatte einmal einen Brenner entwickelt, welcher großen Bekanntheitsgrad erreichte. Auch ich habe den Brenner5 und danach den Brenner8 nachgebaut. Mit den vielfältigen kommerziellen Lösungen, die schneller verfügbar, einen höheren Funktionsumfang hatte und sicher auch für den Bastler erschwinglich sind und waren, stellte sprut den Support dieses Brenner8 ein und nahm sämtliche Informationen zu den "sprut-Brennern" im Jahr 2018 von seinen Seiten. 

Die Seite mikrocontroller.net schrieb dazu:
„Doch allgemein gilt für Third-Party-Brenner: Es werden neue Microcontroller-Typen, wenn überhaupt, erst später unterstützt, als bei einem originalen Brenner und es führt zu zusätzlichen, möglichen Fehlerquellen durch den Bau. Denn wer kommt schon auf die Idee den Fehler im Brenner zu suchen und nicht in der Schaltung... Zudem wird nicht jeder bzw. kaum ein Selbst-Bau-Brenner von der IDE unterstützt, was bedeutet, dass man mindestens 2 Programme braucht - Eine zum brennen und eine zum programmieren. Der Brenner8 unterstützt auch kein Debugging, wie es das PICKIT3 jedoch tut.“

Obwohl der Brenner8 offensichtlich tot ist und eine Wiederbelebung keinen Sinn ergibt, habe ich mich herangewagt, den von sprut verfügbaren Source-Code für das Linux-Brennprogramm in C++ umzuschreiben. Warum habe ich das gemacht? Weil es mir Spaß machte, ein recht umfangreiches Programm in C++ zu schreiben und ich den vorhanden Brenner8 nicht wegwerfen wollte. Die von mir geschriebene Software unterstützt die PIC-Familien mit der 8-Bit-Datenbreite (PIC10Fxxx, PIC1xF50x, PIC12Fxxx, PIC16Fxxx, PIC18Fxxx, PIC18FxxKxx, PIC18FxxJxx). Hat man also noch einen Brenner8 und Linux auf einem Rechner laufen, dann ist dieses Programm mit dem Brenner8 eine mögliche Alternative. Einen Bau des Brenners8 ist aber nicht mehr zu empfehlen.